Leibniz Apotheke
GESCHICHTE
Foto: Wilhelm Hauschild | 1936
Quelle: W. Hauschild-Archiv | Historisches Museum Hannover (HMH) ©

1. Standort

1907–1943
Ständehausstraße 5

Der Apotheker Rudolf Lehmann besaß die „Apothekenkoncession“ der preußischen Provinz Hannover, die Leibniz Apotheke im Haus Nr. 5 in der Ständehausstraße zu eröffnen. In diesem Haus hatte er gemäß der damaligen preußischen „Vorschriften über Einrichtung und Betrieb der Apotheken ...“ vom 16. Dezember 1893 (§ 2) auch zu wohnen. Eine Apotheke hatte nach dieser Vorschrift über eine im Erdgeschoss befindliche „Officin“ zu bestehen sowie aus dem „Vorrathsraume für die trocken auzubewahrenden Mittel, – Material und Kräuterkammer nebst Giftkammer oder Giftverschlag“, dem „Vorrathsraume zur Aufbewahrung der kühl zu haltenden Mittel“, dem „Laboratorium“ und der „Stosskammer“. (§ 1) Das Foto der Ständehausstraße im Weihnachtsschmuck, das von der Georgstraße aus aufgenommen worden war – im Hintergrund sieht man das Geschäftshaus „Leinenhaus Linde“ (heute „I.G. von der Linde“) – zeigt, dass die Vorschriften über das Äußere des Apothekengebäudes befolgt worden waren:

Foto: Margaret Bourke-White
Quelle: www.life.com

„Das Haus, in welchem eine Apotheke sich befindet, muss aussen mit entsprechender Bezeichnung und neben dem Eingang zur Apotheke mit einer für diese bestimmten Nachtglocke versehen sein.“ (§ 2) Während der schweren Bombenangriffe auf Hannover im Juli und Oktober 1943 wurde die Gebäude der Ständehausstraße und damit auch die erste Leibniz Apotheke vollständig zerstört, was die Luftaufnahme der United States Army Air Forces (USAAF) von der hannoverschen Innenstadt aus dem Jahr 1945 eindrucksvoll zeigt.